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18.02.2006 bis 11.03.2006 Aronian gewninnt Linares 14.10.2005 bis 23.10.2005 27.09.2005 bis 16.10.2005 Topalov ist neuer FIDE Weltmeister |
Die Fesselung„Ein Mensch ist nur dann wahrhaft Mensch, wenn er spielt.” Friedrich Schiller Regel 2 besagt, daß man mit dem König nicht ins Schach ziehen darf. Diese Regel wird nun dahingehend erweitert, daß auch Züge mit anderen Figuren, die den eigenen König ins Schach stellen würden, verboten sind. Wie dies überhaupt möglich sein könnte zeigt Diagramm 44. Diagramm 44: Fesselung Der Läufer kann nicht, so verlockend es auch aussehen mag, die Dame schlagen, weil er sonst den eigenen König einem Turmschach aussetzen würde. Da dies auch bei jedem anderen Läuferzug der Fall wäre, ist der Läufer komplett zugunfähig. Man sagt daher auch der Läufer sei gefesselt. Die Fähigkeit zu fesseln haben nur die langschrittigen Figuren Läufer, Turm und Dame. Eine ungedeckte Figur des Gegners zu fesseln ist in vielen Fällen die Grundlage für einen materiellen Gewinn. Die Fesselung ist deshalb so gefährlich, weil einerseits eine Figur angegriffen wird und andererseits eine Möglichkeit zur Vermeidung eines drohenden Figurenverlusts, nämlich das Wegziehen (vgl. Abb. 2), wegfällt. Zum Beispiel hat Weiß in Diagramm 45 den Springer von Schwarz gefesselt, welcher im nächsten Zug verloren geht, weil weder der König noch der Bauer ihn decken können. Diagramm 45: Gewinn einer gefesselten Figur Noch wirkungsvoller ist es mit einer weniger wertvollen Figur eine wertvollere zu fesseln. Denn in diesem Fall ist es für den materiellen Gewinn unerheblich, ob die angegriffene Figur gedeckt ist oder gedeckt werden kann. In Diagramm 46 fesselt der Läufer den Turm. Schwarz kann nicht wegziehen und im nächsten Zug gewinnt Weiß den Turm für einen Läufer und hat ein gutes Geschäft gemacht. Diagramm 46: Fesseln einer wertvolleren Figur Die beiden übrigen Möglichkeiten eine wertvollere Figur zu fesseln, nämlich Läufer fesselt Dame und Turm fesselt Dame, werden weiter unten behandelt. Nach dem nun feststeht, daß Fesselungen unangehm sind, stellt sich nun die Frage wie man eine Fesselung wieder loswerden kann. Eine Fesselung hebt man auf, indem man den König wegzieht, eine weitere Figur in die Fesselung stellt oder die fesselnde Figur schlägt oder vertreibt. Diagramm 47: Aufheben einer Fesselung In der Stellung von Diagramm 47 können diese drei Möglichkeiten demonstiert werden. Weiß hat mit seinem a2-Läufer den schwarzen d5-Springer gefesselt. Schwarz ist am Zug und kann die Fesselung aufheben, indem er mit dem König zur Seite nach f8, h8 oder h7 zieht. Dies ist die schnellste und einfachste Art der Entfesselung. Eine kompliziertere Weise der Entfesselung ist, indem sich eine weitere Figur in die Fesselung hineinbegibt, so daß eine von beiden Figuren wieder wahlweise ziehen kann. Dies ist im Beispiel mit Hilfe der Züge
Die letzte Möglichkeit eine Fesselung aufzuheben besteht darin den fesselnden Stein zu schlagen oder zu vertreiben. Im Beispiel ist dies durch schlagen des Läufers mit dem a8-Turm möglich aber nicht praktikabel, weil der Turm wertvoller als der Läufer ist. Die Vertreibung wird in einem Extradiagramm gezeigt. Diagramm 48: Entfesselung durch Vertreibung Weiß hat mit seinem Turm den schwarzen Läufer gefesselt. Schwarz am Zug kann mit
Bisher waren die gefesselten Figuren komplett zugunfähig. In Diagramm Diagramm 49 ist der Turm aber nur in einer Richtung gefesselt, nämlich in Richtung der 7.Reihe, während er sich auf der e-Linie bewegen kann. In einem solchen Fall spricht man von einer Halbfesselung. Der halbgefesselte Stein kann also die Möglichkeit besitzen den Angreifer selbst anzugreifen, im Gegensatz zu den ganz gefesselten Figuren. Diagramm 49: Halbfesselung In Diagramm 50 hat Weiß durch
Diagramm 50: Damengewinn Mit Hilfe der Fesselung ergeben sich neue Möglichkeiten zum mattsetzen. Diagramm 51: Matt mit Hilfe einer Fesselung In Diagramm 51 läßt sich der schwarze König durch
Und nun ein paar Aufgaben zum Thema Fesselungen.
Im Zusammenhang mit Schachgeboten und Fesselungen folgen nun einige Bemerkungen: Eine Fesselung kommt automatisch zu stande, wenn ein Schachgebot mit dazwischenziehen pariert wird. Beim Thema Schachgebot und Fesselung stellt sich die Frage, ob ein König das Schach einer gefesselten Figur ernst nehmen muß, weil sich die Figur nicht bewegen darf. Die Antwort gibt die Regel über Schachgebote, in der es heißt, daß auch gefesselte Figuren Schachs geben können. In der Partie Partie 1 in Diagramm 37 ist eine entsprechende Situation zu sehen. Schwarz steht im Schach, weil Weiß mit dem Turm Schach auf a1 bietet. Das Schach wird durch dazwischenziehen des Läufers auf e6 pariert. Der Läufer ist nun gefesselt, bietet aber gleichzeitig dem weißen König Schach. Diese Art von Schach wird Gegenschach genannt. Ebenso ist die Regel zu sehen, die es dem König verbietet bedrohte Felder zu betreten. Der König darf die Felder von gegnerischen Figuren nicht betreten, egal ob sie gefesselt sind oder nicht. |
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